12.02.2025
Sina Plattner ist «Brot-Chefin» 2024
Im Herzen schon lange Brot-Chefin, nun auch durch den Berufsverband Bäckerei & Confiserie Schweiz, der den jährlichen, landesweiten Wettbewerb in Aarau organisiert hat, ausgezeichnet. Die 19-Jährige Sina Plattner im Gespräch.
Sie sieht sich selbst als «full-time-Bäckerin». Sina Plattner ist nicht nur in der Bäckerei Kunz in Frick ganztags dabei. Nein, auch daheim in Wölflinswil geht es weiter. Ein ganz anders Backen sei es dann aber, erzählt die aufgestellte junge Frau. Der grösste Unterschied dabei: viel mehr Zeit. Sina Plattners Spezialgebiet ist nämlich die Feinarbeit; das sorgfältige und kreative Ausdekorieren, das eben diese Zeit benötigt. «Verlockend ist auch der Gedanke, das Gebackene selber essen zu dürfen», merkt sie munter an. Neben den Motiv-Torten auf Bestellung, die mit den verschiedensten Wünschen einhergehen und Kreativität erfordern, stellt sie am liebsten Kirschstängeli her. Diese sind für sie ein spezielles Produkt, da mit einfachen Zutaten etwas Wunderbares gezaubert wird. Es komme aber auch stark auf die Saison an, was sie gerade gerne zubereitet. Grittibänze würde sie an sich nicht ungern herstellen, aber während der Adventszeit würde die Teigmännchen- Produktion einen Grossteil ihres Arbeitsalltags einnehmen. «In dieser Menge ist das nicht mehr lustig und verleidet auch mal.»
Früher wurde der «Brot-Chef» an Ausgelehrte vergeben, seit ein paar Jahren aber wurde das Konzept auf Lehrlinge übertragen. Sina kannte nur wenig andere Mitstreiterinnen. «Das machen nur die, die eine extra Herausforderung wollen.» Und wieso diese extra Herausforderung? «Ich wollte mich sehr intensiv mit dem Bäckerhandwerk auseinandersetzen », antwortet sie. Ihre Hauptlehre hat sie nämlich als Konditorin- Confiseurin abgeschlossen und nicht als Bäckerin. Erst in diesem Jahr hat sie eine Zusatzlehre als Bäckerin angehängt. «Ich habe meinen Beruf als Konditorin-Confiseurin wirklich geliebt und kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Ich fand es aber wichtig, auch noch eine andere verwandte Fachrichtung kennenzulernen und die Bäckerei ist ein grosser Teil unserer Branche.» Obwohl sie das Bäckerhandwerk sehr schätzt, fühle sie sich in der Konditorei noch mehr zu Hause – wegen der Feinarbeit und Kreativität. Genau diese detailreiche Feinarbeit in der Dekoration wurde beim Wettbewerb an ihr gelobt und hat ihr wahrscheinlich zum Sieg verholfen.
Die Vorbereitung für den Wettbewerb ist sehr zeitaufwändig gewesen, verrät Sina Plattner. Um sich für das Finale qualifizieren zu können, musste sie ein Dossier einreichen mit selbst zusammengestellten Produkten, den Ideen dahinter und Fotos von den gebackenen Waren; eine Backbewerbung sozusagen. Das erforderte viele Überstunden. «Ich musste oft, nein ich durfte oft nach der regulären Arbeitszeit länger im Geschäft bleiben, um zu üben.» Während des Wettbewerbs mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zutaten, Küchengeräte und Besteck selber mitbringen, was Sina dazu gebracht hatte, zum Beispiel ihre KitchenAid Küchenmaschine mitzuschleppen. Acht Produkte mussten im Hauptwettbewerb während viereinhalb Stunden unter höchstem Zeitdruck hergestellt werden, und in einer zweiten Challenge mussten beim Speed-Baking so viele Brezel (neben Mandelmasse- Konfekt und Scrivosa) wie möglich geformt werden. Dabei wurde auf Geschmack, Optik, Sauberkeit und Sicherheit beim Arbeiten geachtet. Beide Challenges konnte Sina Plattner für sich entscheiden.
«Das Schönste war, das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein und in dieser kurzen Ausbildungszeit schon so viel gelernt zu haben.» Auch die Bestätigung und Wertschätzung von ihrem Umfeld erwähnt sie. Ihre Arbeitskollegen und -kolleginnen würden sie seither mehr um Rat oder Hilfe fragen. Der Sieg hat ihr geholfen, dass Leute ihr mehr zutrauen und ihre Ideen ernster nehmen.
Neben dem Backen ist ein zweiter Pfeiler in ihrem Leben das Fricktal, noch genauer ihr Wohnort Wölflinswil. Das Dorfleben sei ihr sehr wichtig, betont sie und erwähnt das Verständnis füreinander und den Zusammenhalt, wie zum Beispiel im jährlichen Skilager, das Wölflinswil mit der Gemeinde Oberdorf plant und bei dem sie immer mitgeht, um zu kochen. Das Dorf habe ihr einiges beigebracht. «Wenn ich bei etwas dabei bin, dann mit vollem Herzblut. » So sei es auch im Dorf: Das Engagement bei den kleinen Events jeweils findet sie faszinierend; die Detailarbeit, die Mühe für die Dekoration und die Begeisterung beim Dabeisein. «Das Dorf hat mich sicher geprägt darin, keine halben Sachen zu machen.» Generell fühlt sie sich «mega wohl» in ihrem Wölflinswil. Besonders geniesst Sina Plattner die Stille. Diese Stille würde sie in der Stadt vermissen.
Aus dem Dorf raus möchte sie zwar (noch) nicht, aber sonst im Leben stehenbleiben, ist keine Option für Sina Plattner. Auch wenn sie mehrmals betont, wie fest sie ihren Beruf liebt und sich keinen anderen vorstellen könnte, möchte sie in diesem Berufsbereich so viel erfahren, wie möglich. Sie spricht von Weiterbildungen und dergleichen.
Dieses Interesse für ihren Beruf war schon früh Teil ihres Lebens. Sinas Mutter hat lange in einer Bäckerei im Verkauf gearbeitet, was dazu geführt hat, dass die Tochter am Wochenende ausgeholfen hat und somit erste Bäckerluft schnuppern konnte. Die Atmosphäre einer Bäckerei habe sie schon früh in ihren Bann gezogen. Bei der Berufswahl wurde sie dann doch kurz unsicher. «Gibt es noch etwas anderes, das mir mehr zusagt? Gefällt mir das wirklich?» Doch lange hielten die Zweifel nicht an. «Zu jenem Zeitpunkt, als ich die Lehrstelle bekommen habe, war eigentlich sonnenklar, dass ich das richtige mache.» Denn schon als Kind liebte sie es zu backen, am besten so viel wie möglich. So hatte sie schon im Kindergarten zu ihrer Mutter gesagt: «Mama, kann man nicht einfach immer backen?»
Text: Yasmin Malard, NEUE FRICKTALER ZEITUNG
Foto: zur Verfügung gestellt
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